Baby-Größe nach SSW: Tabelle und 3D-Vergleich für alle 40 Wochen

Größentabellen zur Schwangerschaft gibt es viele. Was in den meisten fehlt, sind zwei Dinge: eine Erklärung, warum die Zahlen an bestimmten Stellen springen – und eine Möglichkeit, sich unter „14 Zentimeter“ tatsächlich etwas vorzustellen. Diese Seite liefert beides: die vollständige Tabelle ab der 9. SSW und zu jeder Zeile ein 3D-Modell in Echtgröße, das du drehen und zoomen kannst.

Hinweis: Diese Seite ist unsere zentrale Tabellenseite – hier steht die vollständige Reihe für alle Wochen. Wie die Werte zustande kommen und welche davon gemessen und welche berechnet sind, erklärt die Fötus-Größentabelle.

Die vollständige Tabelle: Gewicht, Länge und Größenvergleich

Die Reihe steht in zwei Tabellen, und die Trennlinie liegt nicht bei den Trimestern und nicht beim Wechsel der Messart, sondern dort, wo die Beleglage wechselt: Bis zur 15. SSW gibt es eine internationale Referenzkurve für die Länge, danach nicht mehr. Genau das verschweigen die meisten Tabellen im Netz – sie führen die Zentimeterspalte einfach weiter.

9. bis 15. SSW: gemessene Scheitel-Steiß-Länge

SSWLängeGewicht (50. Perzentile)Etwa so groß wie
9. SSW2,2 cmOlive
10. SSW3,3 cm35 gErdbeere
11. SSW4,4 cm45 gLimette
12. SSW5,6 cm58 gPassionsfrucht
13. SSW6,8 cm73 gPflaume
14. SSW8,1 cm93 gZitrone
15. SSW9,4 cm117 gZitrone

Längen der 9. bis 15. SSW: 50. Perzentile der INTERGROWTH-21st Early Pregnancy Standards, Perzentiltabelle „International Fetal Size Standards in Early Pregnancy“, © University of Oxford; zugrunde liegende Arbeit Papageorghiou AT, Kennedy SH, Salomon LJ et al. (2014), Ultrasound in Obstetrics & Gynecology 44(6):641–648, doi:10.1002/uog.13448. Der Standard deckt 8+2 bis 15+0 SSW ab – davor und danach führen wir keinen Längenwert. Angaben beziehen sich jeweils auf den Beginn der genannten Woche, also 20+0 für die 20. SSW.

Bis zur 15. SSW liegt das Baby noch so gestreckt, dass sich die Strecke vom Scheitel bis zum Steißbein im Ultraschall sauber abgreifen lässt. Für genau diesen Bereich gibt es mit den INTERGROWTH-21st-Standards eine internationale Referenzkurve – deshalb stehen hier Zentimeter.

Danach ist damit Schluss. Das Kind krümmt sich zunehmend, die Strecke lässt sich nicht mehr zuverlässig messen, und die volle Körperlänge passt ohnehin in kein Ultraschallbild. Was Tabellen und Apps ab der 16. SSW als Zentimeterwert anzeigen, ist ein Rechenergebnis – abgeleitet nach einer Regel, die kein Anbieter offenlegt. Für die volle Körperlänge existiert in keinem Referenzstandard ein Wert; weder INTERGROWTH-21st noch die WHO-Kurven führen sie.

Deshalb steht in der zweiten Tabelle keine Länge. Was dort steht, ist belegt: das Gewicht nach der Hadlock-Referenz und das übliche Vergleichsobjekt.

Ab der 16. SSW: Gewicht und Größenvergleich

SSWGewicht (50. Perzentile)Etwa so groß wie
16. SSW146 gAvocado
17. SSW181 gBirne
18. SSW223 gPaprika
19. SSW273 gMango
20. SSW331 gBanane
21. SSW399 gKarotte
22. SSW478 gPapaya
23. SSW568 gGrapefruit
24. SSW670 gMaiskolben
25. SSW785 gBlumenkohl
26. SSW913 gZucchini
27. SSW1.055 gKopfsalat
28. SSW1.210 gAubergine
29. SSW1.379 gButternusskürbis
30. SSW1.559 gKohlkopf
31. SSW1.751 gKokosnuss
32. SSW1.953 gHonigmelone
33. SSW2.162 gAnanas
34. SSW2.377 gCantaloupe-Melone
35. SSW2.595 gGalia-Melone
36. SSW2.813 gRömersalat
37. SSW3.028 gMangold
38. SSW3.236 gLauchstange
39. SSW3.435 gWassermelone (klein)
40. SSW3.619 gKürbis

Gewichte: 50. Perzentile nach Hadlock FP, Harrist RB, Martinez-Poyer J (1991), In utero analysis of fetal growth: a sonographic weight standard, Radiology 181(1):129–133, Tabelle 1. Die Referenz beginnt mit der 10. SSW; validiert wurde das Modell dort an Feten der 14. bis 21. SSW. Angaben beziehen sich jeweils auf den Beginn der genannten Woche, also 20+0 für die 20. SSW.

Die Spalte ganz rechts nennt das übliche Vergleichsobjekt. Wie weit diese Vergleiche tatsächlich tragen – und für welche Objekte es überhaupt eine amtliche Größennorm gibt –, rechnet die Obstvergleich-Übersicht nach. Den bekanntesten Vergleich haben wir uns im Detail angesehen: Baby so groß wie eine Zitrone.

Warum die Länge in anderen Tabellen zwischen der 20. und 21. SSW springt

In fast allen Größentabellen macht die Zentimeterangabe zwischen der 20. und der 21. SSW einen Sprung von rund 16 auf über 26 Zentimeter. Das ist kein Wachstumsschub, sondern ein Wechsel der Bezugsgröße: Bis dahin steht dort die Scheitel-Steiß-Länge – vom Kopf bis zum Steißbein, ohne Beine.

Ab der 21. SSW wird stattdessen die Scheitel-Ferse-Länge genannt, also die volle Körperlänge. Sie wird allerdings nicht gemessen: Ein Kind dieser Größe passt gekrümmt in kein Ultraschallbild. Sie wird aus den Biometriewerten abgeleitet – nach einer Regel, die die wenigsten Anbieter offenlegen.

Diesen Sprung machen wir nicht mit. Nicht, weil die Zahl unwichtig wäre, sondern weil wir für sie keine Quelle nennen könnten. Unsere zweite Tabelle beginnt deshalb dort, wo die Beleglage endet, und führt Gewicht und Vergleichsobjekt statt einer gerechneten Länge. Warum die Scheitel-Steiß-Länge nach der 14. SSW aus der Routine verschwindet, erklärt der Artikel zur Scheitel-Steiß-Länge.

Hinweis: Ein häufiges Missverständnis: Wer den SSL-Wert aus der 20. SSW mit einer Scheitel-Ferse-Angabe aus einer anderen Quelle vergleicht, hält sein Baby für viel zu klein. Vergleiche immer gleiche Messarten miteinander.

Was bei der Länge im Ultraschall wirklich gemessen wird

Im Mutterpass steht meist gar keine Gesamtlänge. Dokumentiert werden stattdessen einzelne Maße, aus denen sich Größe und Gewicht ableiten lassen:

AbkürzungBedeutungWozu sie dient
SSL / CRLScheitel-Steiß-LängeBestimmung des Schwangerschaftsalters bis etwa SSW 14
BPDBiparietaler Durchmesser (Kopfbreite)Teil der Gewichtsschätzung, Kopfwachstum
KU / HCKopfumfangWachstumsverlauf des Kopfes
AU / ACAbdomenumfang (Bauchumfang)Empfindlichster Einzelwert für Wachstumsstörungen
FLFemurlänge (Oberschenkelknochen)Längenwachstum, Teil der Gewichtsformel

Aus Kopfumfang beziehungsweise Kopfbreite, Bauchumfang und Femurlänge berechnet das Ultraschallgerät das Schätzgewicht. Was die einzelnen Werte bedeuten, erklären wir ausführlich im Femurlänge-Rechner, im Artikel zur Scheitel-Steiß-Länge und im Schätzgewicht-Rechner.

Praxistipp: Wenn du deine Werte aus dem Mutterpass eingeben möchtest, statt nur die Woche zu wählen: Femurlänge und Scheitel-Steiß-Länge lassen sich in unseren Rechnern direkt umrechnen – das Ergebnis erscheint sofort als 3D-Modell in Echtgröße.

Wie stark dürfen die Werte abweichen?

Deutlich stärker, als die meisten erwarten. Die Zahlen in der Tabelle sind die 50. Perzentile; die Normalverteilung um sie herum ist breit. In der 20. SSW liegt der Bereich zwischen 10. und 90. Perzentile bei 275 bis 387 Gramm, in der 30. SSW bei 1.294 bis 1.824 Gramm und am Termin bei 3.004 bis 4.234 Gramm.

Perzentilwerte: Hadlock FP, Harrist RB, Martinez-Poyer J (1991), Radiology 181(1):129–133, Tabelle 1.

In der Beurteilung arbeitet die Medizin deshalb nicht mit dem Mittelwert, sondern mit Perzentilen: Ein Kind auf der 10. Perzentile ist kleiner als 90 Prozent der Kinder in derselben Woche – und trotzdem in den meisten Fällen völlig gesund.

Die aktuelle Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe definiert ein Kind als „klein für das Gestationsalter“ (SGA), wenn das Schätz- oder Geburtsgewicht unter der 10. Perzentile liegt. Von einer Wachstumsrestriktion, die eine engere Überwachung nach sich zieht, spricht die Leitlinie erst bei deutlich niedrigeren Werten oder bei zusätzlichen Auffälligkeiten in der Doppler-Untersuchung.

Quelle: AWMF-Leitlinie 015/080 (S2k), Fetale Wachstumsrestriktion, Version 2.1, Oktober 2024, DGGG/OEGGG/SGGG.

Hinweis: Diese Seite ersetzt keine Vorsorgeuntersuchung. Wenn dir ein Wert Sorgen macht, ist die richtige Adresse deine gynäkologische Praxis – nicht eine Tabelle im Internet. Dort wird nicht ein einzelner Wert beurteilt, sondern der Verlauf über mehrere Termine.

Häufige Fragen

Was bedeutet „20. SSW“ genau?

Auf dieser Seite steht die „20. SSW“ für den Zeitraum 20+0 bis 20+6 – alle Tabellenwerte beziehen sich auf den Beginn der genannten Woche. Gezählt wird ab dem ersten Tag der letzten Periode, nicht ab dem Eisprung. Diese Festlegung ist wichtig, weil Angaben sonst gegenüber anderen Quellen um eine ganze Woche verrutschen.

Ab welcher SSW kann man die Größe überhaupt messen?

Ab etwa der 6. bis 7. SSW ist der Embryo im Ultraschall als Struktur erkennbar und lässt sich vermessen. Verlässlich wird die Messung der Scheitel-Steiß-Länge ab der 7. bis 8. SSW – deshalb liegt auch das erste reguläre Screening im Zeitfenster 8+0 bis 11+6 SSW (Gemeinsamer Bundesausschuss, Mutterschafts-Richtlinien, Anlage 1a). Unsere Tabelle beginnt trotzdem erst mit der 9. SSW: Die Referenzkurve, gegen die wir rechnen, setzt bei 8+2 SSW ein, und für die Tage davor gibt es keinen validierten Wert.

Wie genau ist die Gewichtsschätzung im Ultraschall?

Die gebräuchliche Formel nach Hadlock streut um rund 12,7 Prozent – das ist eine Standardabweichung, rund ein Drittel der Fälle liegt außerhalb dieses Bereichs. Bei einem geschätzten Gewicht von 2.000 Gramm entspricht die Spanne etwa 250 Gramm nach oben oder unten. Kurz vor der Geburt nimmt die Ungenauigkeit eher zu, weil das Kind enger liegt und schlechter darstellbar ist.

Warum ist mein Baby laut Tabelle größer als im Ultraschall gemessen?

Dafür gibt es drei häufige Gründe: Die Messart unterscheidet sich (Scheitel-Steiß gegen Scheitel-Ferse), die verwendete Referenzkurve ist eine andere, oder es handelt sich schlicht um die normale Streuung. Ein einzelner Wert unterhalb der 50. Perzentile ist kein Befund.

Wächst mein Baby jede Woche gleichmäßig?

Nein. Die wöchentliche Zunahme verändert sich über die Schwangerschaft deutlich: Im zweiten Trimester steht das Längenwachstum im Vordergrund, im dritten die Gewichtszunahme. Zwischen der 36. und 40. SSW kommen nach der Hadlock-Referenz im Mittel rund 200 Gramm pro Woche dazu.

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Martina Schneider, Autorin

Über die Autorin

Martina Schneider ist Mutter eines bereits erwachsenen Sohnes und hat die durchwachten Nächte der ersten beiden Jahre selbst hinter sich.

Schreibt aus eigener Erfahrung. Gesundheitsbezogene Angaben werden mit Quellen belegt und ersetzen keine ärztliche Beratung.

Dieser Artikel basiert auf: Hadlock FP, Harrist RB, Martinez-Poyer J (1991), Radiology 181(1):129–133 · AWMF-Leitlinie 015/080 (S2k), Fetale Wachstumsrestriktion, Version 2.1, Oktober 2024 · Gemeinsamer Bundesausschuss, Mutterschafts-Richtlinien, Anlage 1a